•Prolog•
Chloe's POV:Und schon wieder holten mich diese unwiderstehliche Stimme aus meinen Tagträumen. Vor ein paar Sekunden hatte ich noch glücklich in seinen Armen gelegen, doch jetzt holte mich die Realität wieder ein. Ich seufzte leise und blickte dann direkt in die wundervollsten, vollkommensten Augen die ich je gesehen hatte. Blau wie der Himmel und scheinbar unendlich tief. In diesen Augen versank ich jedes Mal aufs Neue. Nichts konnte mich davon losreißen, nichts abgesehen von der atemraubenden Stimme die zu diesem Menschen gehörte.„Na du!“, die Stimme drang wie ein Glockenspiel in mein Ohr. Ich ließ diese zwei Worte auf mich wirken. Wie oft hatte ich sie schon aus diesem Mund gehört, wie oft schon dieses unwiderstehliche Lächeln gesehen dass sich danach auf die vollkommenen Lippen zauberte. Wie oft hatte ich mir gewünscht dieses Lächeln wäre nur für mich bestimmt.Und das war es. Doch ich bemerkte es nicht. „Liebe macht blind“, meinte meine beste Freundin immer, und so war es auch. Das war mir zu dem Zeitpunkt nur noch nicht klar gewesen.
•Kapitel o1•
Schläfrig stieg ich in den Bus der uns, das heißt mich und meine zwei besten Freundinnen, Maggie und Amanda, nach Österreich bringen sollte. Wir hatten vorher abgemacht, dass diejenige, die als erstes da ist sofort Plätze im Bus freihält. Nachdem ich dann meine Sachen im Stauraum verstaut hatte, ging ich schon mal nach hinten um dort die letzte Reihe freizuhalten. Ich war schon kurz davor meine Handtasche auf den mittleren Platz zu legen, als mich ein nicht unbekanntes Gesicht verwirrt ansah. WHOAW!
Zwei Fragen schwirrten in meinem Kopf herum:
Wie kann man nur so verdammt gut aussehen?!
Was machte der denn schon wieder hier?
Ich kannte Finn schon vom letzten Jahr. Wir hatten nicht viel miteinander zu tun gehabt aber ich hatte schon die ganze Zeit heimlich für ihn geschwärmt.
Als wir letztes Jahr wieder nach Hause gefahren sind hatte ich mir geschworen, nie mehr an ihn zu denken. Bis jetzt hatte das alles noch so halbwegs funktioniert, doch jetzt wurde mein Leben wieder nur von ihm angezogen. Genau wie letztes Jahr.
Das brachte mich völlig durcheinander. Es war falsch. Er war 3 Jahre älter als ich, das heißt mittlerer weile schon 18…
`Chloe, jetzt pass bloß auf, was du sagst! `, ich durfte jetzt bloß keinen Scheiß reden wie es bei mir mit allen anderen männlichen Wesen der Fall war.
Doch bei ihm fühlte ich mich seltsam geborgen. Auch wenn es noch so unbegreiflich ist, er gab mir Mut. Gott sei danke brachte ich jetzt wenigstens einen halbwegs normalen Satz heraus: „Oh…, ist wohl schon besetzt hier, sorry“ dann blickte ich noch einmal kurz in sein wunderschönes Gesicht, grinste ihn an und ließ mich dann auf den nächstbesten Sitz fallen. SHIT!
`Na das hast du ja mal wieder voll vermasselt`, ich verkroch mich in meinen Sitz und wartete sehnsüchtig darauf, dass endlich jemand von meinen Freundinnen kam.
„Chloe, du bist ja schon da“, Amanda setzte sich schwungvoll neben mich. „Und Mister Oberschlau ist ja auch wieder mit dabei“, sie warf einen leicht genervten Blick auf Finn. Ich zuckte zusammen.
Mister Oberschlau, so hatten wir ihn letztes Jahr heimlich genannt. Vielmehrs Amanda und Maggie. Ich hatte mich da so gut es eben ging rausgehalten. Einen Jungen nur wegen seines Wissens zu verspotten, vor allem wenn es so ein gutaussehender ist, war nicht mein Ding.
•Kapitel o2•
Nach 13 Stunden, scheinbar endlos langer Fahrt, kamen wir in unserem kleinen Feriendorf an. Träge stieg ich aus dem Bus, auch wenn ich fast die ganze Zeit geschlafen hatte war ich immer noch müde.
Wir rafften unsere Sachen zusammen, holten unsere Koffer und stellten uns an die Schlange bei der Rezeption. Immer wieder fielen mir meine Augen zu, doch ich riss sie dann wieder energisch auf. Als wir endlich unsere Schlüssel bekommen hatten, wir wohnten im 3.Stock, machten wir uns auf den Weg zum Aufzug.
Doch das war leichter gesagt als getan. Auf dem Weg kamen uns unzählige bekannte und unbekannte Gesichter entgegen. Von allen Seiten wurde gedrückt, geschubst und gerempelt. Wir kämpften uns irgendwie dadurch doch wir hatten keine Lust auch noch stundenlang auf den Aufzug zu warten, also nahmen wir die Treppe.
Unzählige Stufen und Schweißtropfen später kamen wir völlig erschöpft in unserem Zimmer an.
Am nächsten Morgen ging es schon früh los. Um halb 8 war Frühstück angesagt und so mussten wir drei alle gegen 6 aufstehen. Nachdem wir dann endlich alle fertig waren mit duschen, anziehen, Haare machen und schminken gingen wir los zum Frühstücksraum.
Zuerst hörte ich nicht, dass jemand hinter uns war, doch als dann diese wunderschöne Stimme an mein Ohr drang drehte ich mich auf dem Absatz um und starrte ihn an. Und schon wieder fehlten mir die Worte. „Na ihr“, das war alles was ich mitbekam, denn dieser Blick ließ mich alles vergessen. Ich lächelte ihn schüchtern an und ich konnte nicht vermeiden ihn total dabei anzustarren, ging weiter und stieß direkt in Maggie rein.
„He, pass doch mal auf Chloe!“, rief sie erschrocken und ich entschuldigte mich schnell. Das war ja mal wieder typisch für mich…
„Bist wohl mit den Gedanken ganz woanders, was?!“, sie durchschaute mich. Ich konnte meinen besten Freundinnen einfach nichts vormachen. Ich spürte wie ich leicht rot wurde. `Oh Gott, lass das jetzt bitte nicht Finn sehen. Was soll der denn dann von mir denken?` Also nickte ich nur leicht mit dem Kopf und wir gingen weiter.
Der Frühstücksraum war schon voll als wir dort ankamen, es waren nur noch zwei kleine Tische in der rechten Ecke also setzten wir uns dorthin. An den andern Tisch setzten sich Finn und Cole.
Nach dem Essen ging es sofort los zum Gletscher. Dort wurden wir dann, je nach ‚Können‘ in Gruppen eingeteilt und die Boarder (Finn und Cole) durften alleine fahren. Wir machten dann gleich mit den beiden aus, die letzte Abfahrt zusammen zu fahren und schon gings los.
Die Zeit verging wie im Flug und wir waren schnell wieder am Hotel. Dort angekommen guckten wir uns erstmal ein bisschen die Gegend an und suchten einen guten Skiverleih, da ich einen neuen Helm brauchte.
Ich wurde schnell fündig, bezahlte den Helm und ging dann, die anderen warteten schon im Hotel, noch kurz in den Supermarkt nebenan.
Doch ich war nicht die einzige die etwas kaufen wollte. An der Kasse grinste mir Finn entgegen und ich war unfähig mich zu bewegen. Dieses Lächeln brachte mich noch um den Verstand.
Ich lächelte so gut es ging zurück und suchte die paar Kleinigkeiten die ich brauchte zusammen und stellte mich dann schnell an die Kasse.
Auf dem Rückweg begegnete ich Finn schon wieder.
„Na du“, empfing er mich und grinste wie eben im Supermarkt. „Was Schönes gekauft?“, fragte er jetzt und sah mich erwartungsvoll an. Ich zeigte ihm meine kleine Ausbeute; Sonnencreme, Chips und Schokolade, und lächelte wieder nur dümmlich.
„Passt das denn noch alles auf euren WeightWatchers Plan?“, fragte er neckisch und ich musste auf einmal richtig loslachen.
„Na dafür gehen wir dann ja Skifahren“, erwiderte ich nur grinsend. Er lachte auf und wir redeten noch ein bisschen über dies und das. Ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging und kurz darauf waren wir auch schon wieder im Hotel angekommen.
•Kapitel o3•
Beim Abendessen saßen wir wieder alle zusammen und unterhielten uns, als sich auch Finn und Cole zu uns setzten. Ich grinste Finn an und er lächelte zurück.
Die anderen schienen dies nicht bemerkt zu haben und redeten einfach weiter.
Nachdem das essen abgeräumt wurde wollten die anderen schon wieder aufs Zimmer gehen. Also raffte ich mich von meinem Stuhl hoch und ging noch schnell zum Saftautomaten um mir noch einen O-Saft zu trinken. Ich hatte gerade ausgetrunken als sich plötzlich eine Hand auf meine Schulter legte.
Ich fuhr herum und starrte direkt in die wunderschönsten Augen die es gibt. Augenblicklich schwirrten 1000 kleine Schmetterlinge in meinem Bauch herum und mein Herz hörte kurz auf zu schlagen um dann in dreifacher Geschwindigkeit weiterzuschlagen.
„Na du“, sagte er und es zauberte sich ein Lächeln auf sein Gesicht was mich sofort das atmen vergessen ließ. Er sah mich direkt an und ich versuchte nicht schon wieder in seinen wunderschönen, blauen Augen zu versinken.
Das war einfach unglaublich. Wie machte er das bloß? Er brachte mich jedes Mal aufs Neue aus der Fassung.
Ich versuchte ein ebenso schönes Lächeln aufzubringen, doch ich wusste es gelang mir nicht. Dann drehte er sich um und ging. Und ich starrte ihm verwundert hinterher. Was sollte das denn jetzt?
Verwirrt machte ich mich auf den Weg in unser Zimmer. Dort angekommen warteten schon Maggie und Amanda auf mich: „Chloe, da bist du ja endlich. Wir wollten gleich nochmal in die Stadt gehen und mal gucken was da so läuft. Kommst du mit?“, fragte Maggie mit einem Glitzern in den Augen. Sie liebte Clubs und laute Musik. Bei ihrem wahninns Körper war es ja auch kein Wunder dass sie dort andauernd von heißen Typen angemacht wurde.
Da war ich ein ganz anderer Typ, genau wie Amanda. Doch ich ließ mich von den beiden überreden: „man kann ja nie wissen. Vielleicht findest du hier ja deinen Traumboy!“, hatte Amanda nur gemeint und schliff mich mit sich ins Badezimmer.
Natürlich doch, in so einem Kaff wie hier finde ich meinen Traumboy, ist klar. Außerdem hatte ich den doch schon längst gefunden. Nur das wusste bis jetzt noch keiner außer mir.
Aber so war sie halt, die gute, romantische Seele von uns dreien. Immer dachte sie nur das Beste von allen Menschen und sie konnte keiner Fliege was zuleide tun.
Also machte ich mich fertig; schminken, anziehen und `ne fette Schicht Deo auf das Ganze. Dann noch `nen Sprüher Parfüm und ich war fertig.
Ich weiß auch nicht warum ich mich so schick machte aber insgeheim hoffte ich, was ziemlich abwegig war, IHN dort zu treffen.
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xoxo Vivi